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Häufige Fragen und Antworten zur Einführung moderner Messeinrichtungen und intelligenter Messsysteme

Die Einführung moderner Messeinrichtungen und intelligenter Messsysteme bringt viele Fragen mit sich. Nachfolgend möchten wir Ihnen Antworten auf häufig gestellte Fragen geben.

Was ist der gesetzliche Hintergrund?

Durch das Anfang September 2016 in Kraft getretene Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende wurde das Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) als zentrales Gesetz für den Messstellenbetrieb eingeführt. Es legt die Grundlagen für die Einführung intelligenter Messsysteme und moderner Messeinrichtungen.

Das MsbG macht Vorgaben zur Messung und zum Messstellenbetrieb für Strom und Gas. In den Bereichen Wasser und Wärme ändert sich durch das Gesetz aktuell nichts.

Die neuen gesetzlichen Regelungen betreffen u.a.

  • die technischen Anforderungen an die Geräte,
  • den Einbau, Betrieb und die Wartung der Messeinrichtungen,
  • die Datenkommunikation (Ab- bzw. Auslesen der Daten und ihre Übermittlung) und
  • die Finanzierung durch einen neuen Regulierungsrahmen außerhalb der Netzentgelte.

Die bisherige Funktion des Netzbetreibers als Messstellenbetreiber wird nun vom sogenannten "grundzuständigen Messstellenbetreiber" ausgefüllt.

Was ist Sinn und Zweck des Einbaus intelligenter Messsysteme?

Intelligente Messsysteme sollen helfen, eine sichere und standardisierte Kommunikation in den Energienetzen zu erreichen und die Digitalisierung der Energiewende zu unterstützen.

Dies geschieht, indem sie:

  • die Verbrauchstransparenz erhöhen
  • zur Vermeidung von Vor-Ort-Ablesekosten beitragen
  • variable Tarife ermöglichen
  • die Bereitstellung netzdienlicher Informationen von dezentralen Erzeugern und flexiblen Lasten verbessern
  • die Steuerung dezentraler Erzeuger und flexibler Lasten erleichtern
  • mittelfristig eine "Spartenbündelung" ermöglichen (d.h. gleichzeitige Ablesung und Transparenz auch der Sparten Wasser, Gas, Heiz- und Fernwärme)
  • eine sichere, standardisierte Infrastruktur als Plattform für weitere energiefremde Dienstleistungen (z.B. Smart-Home-Anwendungen) bereitstellen

Der bisher passive Stromverbraucher soll zukünftig aktiver am Strommarktgeschehen teilnehmen können.

Was ist der grundzuständige Messstellenbetreiber?

Das ist in der Regel der Netzbetreiber vor Ort, der für den Einbau und Betrieb von intelligenten Messsystemen und modernen Messeinrichtungen - aber auch für die bisher genutzten analogen Zähler - verantwortlich ist. Wir übernehmen in unseren Stromnetzen in

  • Bad Salzungen
  • Bad Liebenstein OT Schweina
  • Floh-Seligenthal
  • Stadtlengsfeld
  • Vacha

diese Rolle.

Was ist eine moderne Messeinrichtung?

Die moderne Messeinrichtung ist ein digitaler Stromzähler, welcher den tatsächlichen Elektrizitätsverbrauch und die Nutzungszeit widerspiegelt und über ein Smart-Meter-Gateway (Kommunikationseinheit) sicher in ein Kommunikationsnetz eingebunden werden kann.

Was ist ein (Smart Meter) Gateway?

Ein Smart-Meter-Gateway ist die Kommunikationseinheit und damit das Herzstück eines intelligenten Messsystems.

Gateway (englisch für Durchgang) ist eine allgemeine Bezeichnung für eine Schnittstelle und bezieht sich in diesem Fall auf das Vermittlungsgerät zwischen Messeinrichtung und Kommunikationsnetz.

Das Smart-Meter-Gateway kann eine oder mehrere moderne Messeinrichtungen und andere technische Geräte (z.B. Erneuerbare-Stromerzeugungsanlagen, Gas-Messeinrichtungen, Wärmepumpen) sicher in ein Kommunikationsnetz einbinden. Darüber hinaus verfügt es über Funktionen zur Erfassung, Verarbeitung, Verschlüsselung und Versendung von Daten.

Was ist ein intelligentes Messsystem (iMSys)?

Das intelligente Messsystem ist eine moderne Messeinrichtung, welche über ein Smart-Meter-Gateway in ein Kommunikationsnetz eingebunden ist, das den tatsächlichen Energieverbrauch und die tatsächliche Nutzungszeit widerspiegelt. Hierbei bestehen strenge Anforderungen zur Gewährleistung des Datenschutzes.

Wer erhält ein intelligentes Messsystem und wer eine moderne Messeinrichtung?

Verbraucher ab einem Jahresstromverbrauch von 6.000 Kilowattstunden sowie Betreiber dezentraler Erzeugungsanlagen nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und dem Kraft-Wärme-Kopplung Gesetz (KWKG) ab 7 kW installierter Leistung werden mit intelligenten Messsystemen ausgestattet. Die restlichen Anschlussnutzer und Anlagenbetreiber erhalten eine moderne Messeinrichtung.

Kann ich dem Einbau widersprechen?

Sie können dem Einbau intelligenter Messsysteme nicht widersprechen und müssen dem beauftragten Monteur Zutritt zu den Zählern gewähren.

Wieviel Strom verbrauchen die neuen Geräte?

Moderne Messeinrichtungen und intelligente Messsysteme verbrauchen nicht mehr Strom als die bisherigen Zähler. Der Eigenverbrauch der Geräte wird auch nicht erfasst und damit auch nicht in Rechnung gestellt.

Brauche ich einen Internetanschluss, um ein intelligentes Messsystem zu erhalten?

Nein, das intelligente Messsystem kommuniziert Daten auf einem separaten Übertragungsweg.

Entstehen für mich zusätzliche Kosten durch den Wechsel?

Durch den Ausbau des alten und Einbau des neuen Zählers entstehen für den Kunden keinerlei zusätzliche Kosten, die Kosten tragen wir als grundzuständiger Messstellenbetreiber.

Wer die Kosten für den Messstellenbetrieb (für das Gerät an sich) trägt, ist abhängig von den vertraglichen Regelungen mit Ihrem aktuellen Lieferanten. Im Zweifelsfall sollten Sie sich dort erkundigen, ob dieser auch weiterhin die Kosten trägt.

Was passiert, wenn mein Lieferant die Kosten für den Zähler nicht trägt?

In diesem Fall werden die Kosten für den Zähler jährlich direkt von uns als grundzuständiger Messstellenbetreiber mit Ihnen abgerechnet.

Es steht Ihnen weiterhin jederzeit frei, den Lieferanten zu wechseln.

Wie erkenne ich Mitarbeiter der Werraenergie GmbH oder der Immo.Serv. GmbH?

Alle unsere Mitarbeiter sowie die Mitarbeiter der von uns beauftragten Immo.Serv. GmbH können sich jederzeit durch einen Dienstausweis in Verbindung mit dem Personalausweis ausweisen. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob es sich um einen Mitarbeiter oder eine Firma in unserem Auftrag handelt, rufen Sie uns an unter 03695/8760-36.

Mein Nachbar, Kollege, … erhält noch einmal einen normalen Zähler, bei mir wird eine moderne Messeinrichtung eingebaut, wieso die Unterschiede?

Alle bisherigen Zähler müssen bis Ende 2032 durch moderne Messeinrichtungen ersetzt werden, für intelligente Messsysteme gelten wesentlich kürzere Fristen. Für die Umsetzung dieser gesetzlichen Vorgaben haben wir eine eigene Strategie entwickelt, die zum Teil auch noch einen erneuten Einbau eines konventionellen („alten“) Zählers vorsieht.

Kann ich meinen Messstellenbetreiber wechseln?

Wenn Sie Anschlussnutzer sind, können Sie den Messstellenbetrieb von einem anderen als dem grundzuständigen Messstellenbetreiber durchführen lassen. Bedingung ist, dass ein einwandfreier Messstellenbetrieb gewährleistet sein muss.

Wie sieht es mit dem Datenschutz bei intelligenten Messsystemen aus?

Datensicherheit steht für uns als grundzuständiger Messstellenbetreiber an oberster Stelle.

Um ein einheitliches und sehr hohes Sicherheitsniveau zu gewährleisten, erklärt das MsbG Schutzprofile und Technische Richtlinien für intelligente Messsysteme zur Gewährleistung von Datenschutz, Datensicherheit und Interoperabilität für verbindlich.

Alle von uns verwendeten Messsysteme und Datenübertragungswege sind geprüft und unterliegen einer Zertifizierung durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), die die Einhaltung aller Vorgaben für Datenschutz und Datensicherheit gewährleistet.

Das MsbG regelt vollumfänglich, welcher Akteur welche Daten zu welchem Zweck erheben, verarbeiten und nutzen darf. Eine Datenübermittlung darf nur für die im Gesetz genannten energiewirtschaftlich notwendigen Anwendungsfälle erfolgen. Jeder darüber hinaus gehende Datenverkehr erfordert die Zustimmung des Anschlussnutzers bzw. Anlagenbetreibers.

Nähere Informationen finden Sie hier im Bereich Datenschutz/Datensicherheit.

Muss der Zählerschrank beziehungsweise Zählerplatz verändert werden?

Moderne Messeinrichtungen und intelligente Messsysteme können in der Regel problemlos auf vorhandenen Zählerplätzen verbaut werden. Anlagen sind vom Eigentümer nur dann zu verändern oder instand zu setzen, wenn die elektrotechnische Sicherheit gefährdet ist. Wichtig ist die Zugänglichkeit der Anlage.

Wie wird die Ablesung zukünftig stattfinden?

Kunden mit modernen Messeinrichtungen werden wie bisher durch Kundenselbstablesung oder Ableser in unserem Auftrag abgelesen.

Bei Kunden mit intelligenten Messsystemen (iMSys) ist eine Vor-Ort-Ablesung nicht mehr erforderlich. Hier werden die Daten automatisch über das Smart Meter Gateway (SMGW) per Datenfernübertragung an den Messstellenbetreiber übermittelt.

Wie kommt der Messstellenvertrag zwischen mir als Anschlussnutzer und der Werraenergie GmbH als grundzuständiger Messstellenbetreiber zustande? Wo finde ich diesen Messstellenvertrag?

Gemäß § 9 Abs. 3 MsbG kommt der Messstellenvertrag zwischen uns als grundzuständigem Messstellenbetreiber und Ihnen als Anschlussnutzer dadurch zustande, dass Sie nach der Installation einer modernen Messeinrichtung oder eines intelligenten Messsystems (weiterhin) Elektrizität aus dem Netz der allgemeinen Versorgung entnehmen und zwar zu den im Internet unter www.werraenergie.de veröffentlichten Bedingungen. Ein schriftlicher Vertragsschluss durch Unterzeichnung eines Dokumentes durch beide Parteien ist daher nicht notwendig. Der Messstellenvertrag tritt unter diesen Voraussetzungen immer in Kraft, unabhängig davon, ob Ihr Lieferant die Kosten für die Entgelte für den Messstellenbetrieb übernimmt oder wir sie Ihnen direkt in Rechnung stellen.

Den Messstellenvertrag für den Bereich Strom finden Sie hier:

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